So entstehen Filmmonster
Von Avatar bis Alien – Hollywood-Artist zu Gast in Wien
Jordu Schell hat einige der bekanntesten Filmfiguren Hollywoods mitgestaltet. In Wien verrät er Nachwuchstalenten seine Tipps und Tricks.
Heute | 6 August 2026
Orks, Aliens oder täuschend echte Monster: Hinter vielen Filmfiguren aus Hollywood steckt nicht nur Computertechnik, sondern echte Handarbeit. Einer, der seit fast 40 Jahren für große Produktionen Kreaturen zum Leben erweckt, ist Jordu Schell. Der mehrfach ausgezeichnete Special-Make-up-Artist und Creature Designer gibt derzeit in Wien Einblicke in seine Arbeit.
Schon als Kind begann die Faszination für außergewöhnliche Figuren: „Ich habe viele Filme gesehen, und einige davon haben mir als Kind Angst gemacht. Um damit umzugehen, habe ich angefangen, mit Ton meine eigenen Spielzeuge und meine eigenen Monster zu erschaffen“, erzählt Schell im „Heute“-Interview.
Figuren für viele Blockbuster
Aus der frühen Leidenschaft wurde eine Hollywood-Karriere. Seit 1987 arbeitet der US-Amerikaner an großen Produktionen wie „Edward mit den Scherenhänden“, „Predator 2“, „Men in Black“, „Alien – Die Wiedergeburt“ und „Avatar“ mit.
Der Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Kreatur ist dabei aufwendig. „Das hängt stark von der Figur ab und davon, was genau man macht. Wenn es nur um eine kleine Skulptur geht, dauert es vielleicht ein bis zwei Tage. Eine lebensgroße Kreatur kann dagegen mehrere Wochen dauern“, erklärt der 59-Jährige.
Profi aus Hollywood gibt Unterricht
Sein Wissen gibt der Profi nun an Nachwuchstalente weiter. Organisiert wird der Kurs von Maskenbildnerin und Leiterin der Ausbildungsstätte Maske-Wien, Katharina Gräser. Dass ein Künstler dieses Kalibers überhaupt nach Wien kommt, ist für sie ein besonderer Erfolg. „Wir sind sehr froh, ihn hier zu haben“, sagt Gräser.
Hollywood-Modellierer zeigt sein Können
In einer fünftägigen Masterclass modellieren Teilnehmer in der Maske-Wien eigene Creature- und Zombie-Büsten. „Normalerweise werden diese Maquettes in der Filmindustrie modelliert, um Charaktere zu entwerfen. Sie sind die Vorlage für Filmfiguren“, erklärt Gräser.
Aliens, echtes Handwerk und KI
Besonders angetan hat Schell die Arbeit an fremdartigen Wesen. „Ich liebe es, Aliens zu gestalten. Das macht unglaublich viel Spaß“, sagt er. Auch seine Zeit bei „Avatar“ sei besonders gewesen: „Es war großartig, die Figuren für diesen Film mitzuentwickeln.“
Doch auch die Zukunft der Branche beschäftigt den Künstler. Den Einfluss von künstlicher Intelligenz sieht er kritisch: „KI ist eine Bedrohung und schlecht für die Kunst, weil sie eine sehr schnelle Möglichkeit ist, Dinge zu erschaffen. Für mich ist das keine echte Kreativität. Es ist faul.“ Trotzdem glaubt Schell nicht, dass die klassische Handarbeit verschwinden wird: „Ich denke, es wird immer Menschen geben, die echte Handarbeit sehen wollen.“

